Darf ich zeigen wer ich bin?

Bild: U. Hellmann

Bild: U. Hellmann

Im Park des Wiener Schlosses Belvedere steht eine ganze Reihe von rätselhaft schönen Sphinxen. Mit stets gleichbleibender Miene präsentieren sie sich im aktuellen Zeitgeschehen. So als ob sie nichts davon interesssiert.

Erst kürzlich sprach ein Herr davon, am liebsten von anderen Menschen als stets derselbe wahrgenommen werden zu wollen. Seine persönlichen Belange, Themen oder Vorlieben seien schließlich seine Privatangelegenheit. Darauf kann ich nur mit einem eindeutigen JA und NEIN antworten.

Ja, in Umfeld meiner Arbeit, im Kontakt mit Kunden, ist es oft angebracht, allzu persönliche Themen, mein Privatleben, eventuelle Sorgen und Probleme, nicht nach außen zu zeigen. Es ist wichtig, sich als die kompetente Expertin, den Fachmann mit umfassendem Wissen zu präsentieren.

Und NEIN, ich darf zeigen, für welches Thema mein Herz schlägt, was mich besonders begeistert. Dadurch werde ich als individueller Mensch wahrgenommen, jenseits meiner fachlichen Qualifikationen und Kenntnisse. Ist meine Kompetenz gepaart mit Liebe und Engagement für mein Fachgebiet, dann nimmt dies mein Gegenüber stets wahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige, dessen Herz voll und ganz bei einer Aufgabe ist, sich zusätziches Wissen aneignet, sich gern weiterbildet, stets die neuesten Trends und Entwicklungen auf diesem Fachgebiet mitbekommt oder gar selbst betimmt, und alles tut, um durch die Qualität seiner Arbeit sein Gegenüber zufrieden zu stellen, ist sehr hoch. Und dies weiß auch der potentielle Kunde.

Im Umgang mit den modernen sozialen Netzwerken darf ich mir sogar genau überlegen, wie ich von außen wahrgenommen werden möchte, denn „das Netz vergisst nichts“, aber in der realen Begegnung mit Menschen darf ich einen Teil meiner Individualität durchaus präsentieren und dadurch unverwechselbar werden.

 

 

 

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