Der Umgang mit der Zeit – Kulturelle Unterschiede bergen Sprengstoff

In jeder Kultur hat die Zeit und damit Pünktlichkeit eine andere Bedeutung

5 vor 12 Taschenuhr

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Eine Bekannte erzählte mir kürzlich, dass sie während ihres letzten Aufenthalt in der Karibik eine private Verabredung morgens um elf Uhr hatte und der einheimische Bekannte kam nachmittags um 17 Uhr.

Eine in seiner Kultur übliche Verspätung!

 

In Deutschland gilt ein Zug als verspätet, wenn er mehr als sechs Minuten zu spät kommt, in der Schweiz ist das nach zwei Minuten der Fall, in Tokyos U-Bahn bereits nach 20 Sekunden!

In Polen gilt es bei einer privaten Einladung als höflich genau eine Viertelstunde später zu kommen als verabredet, nicht früher und nicht später.

Und wie geht es uns, wenn wir jemanden warten lassen oder selbst warten müssen? Wie groß ist unsere Toleranz? Das ist auch abhängig von der Kultur, in der wir aufgewachsen sind. „Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige.“ Diesen Wahlspruch nimmt man in Nordeuropa deutlich ernster als im Süden.

Wenn Sie also das nächste Mal auf jemanden warten müssen, dann fragen Sie sich auch: Woher kommt derjenige, auf den ich warte?

Pünkltichkeit ist bei uns auch eine Frage der Wertschätung, des Respektes, den wir dem anderen entgegenbringen. Das Warten-lassen kann auch zu einer Demonstration von Macht oder Wichtigkeit werden oder als solche verstanden werden.

 

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