Klassentreffen – Begegnung mit mir selbst

fotolia Datei: #99554864 | Urheber: Marco2811

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Haben Sie auch schon eine Einladung zum Klassentreffen erhalten?

Mein erster Gedanke war: Wie lange ist das jetzt her, dass ich die Mitschüler alle gesehen haben? In welchem Jahr war mein Abschluss?

Die früheren Freunde und Freundinnen weiß man gleich wieder. Und wer waren die Anderen alle? Als Erinnerungshilfe dient mir das letzte Klassenfoto. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, das man in bestimmten Kursen oder Gruppen entwickelt hatte, persönliche Erlebnisse mit der Einen oder dem Anderen helfen mir, mich zu erinnern. Ja, der Vorname ist schnell wieder abrufbar, aber der damalige Nachname? Damals waren fast nur Mädchen in diesem Jahrgang, die allermeisten haben in der Zwischenzeit sicherlich ihren Nachnamen geändert.

Und welche Träume wir damals am Ende der Schulzeit hatten! Fast die Hälfte von uns wollte Lehrerin werden. Ich bin gespannt, wie sich das Leben bei uns allen entwickelt hat. Wer konnte seine Träume realisieren und falls ja, sind sie dann so zufriedenstellend, erfüllend, wie wir uns das damals vorgestellt haben? Haben sich die Erwartungen erfüllt, die wir an den Beruf und auch eine Beziehung oder gar das Leben als Familie hatten?

Wohin hat uns das Leben geführt? Manche sind stets da geblieben, wo wir zur Schule gingen, viele sind nach einigen Jahren der Ausbildung wieder in ihre Heimatstadt oder in die Nähe gezogen, haben das Band zu Familie und Freunden weiter gefestigt. Nur wenige sind für das Studium in der Ferne gegangen und dort geblieben, wohin ihr Beruf oder der Beruf des Partners sie geführt hat.

Ich treffe manche Mitschüler wieder, die mich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben, so wie ich sie. Und das, was wir von einander wissen, sind die Eindrücke aus unserer Schulzeit. Dadurch trifft man quasi sich selbst und einen Teil seiner Vergangenheit, dem man sich selten widmet. Durch diese Konfrontation mit sich selbst und seinen Idealen und Vorstellungen aus einer anderen Lebensspanne sieht man viel klarer den Unterschied zwischen den damaligen Zielen und Idealen und dem, wohin sich das eigene Leben entwickelt hat.

Es entsteht die Frage: Welche Entscheidungen habe ich selbst getroffen und welche wurden für mich getroffen? Wo war mein Leben wirklich selbstbestimmt? Es ist also Zeit für eine Bestandsaufnahme und die Chance, sich wieder seiner Träume bewusst zu werden und eventuell neue Entscheidungen zu treffen.

Ich bin schon ganz gespannt, wie das die früheren Mitschüler und Mitschülerinnen gemeistert haben.

 


Kommentare

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  1. Sehr spannende Fragen…. eigentlich sollte man sich diese regelmäßig stellen, aber solche Ereignisse helfen dabei. Das kenne ich gut. Gerade Klassentreffen sind etwas, wo man garantiert mit sich selbst, weil auch mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert wird…

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