Feiere Dich selbst, auch wenn Du kein Kind hast

Bildrechte: Ursula Hellmann

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Ein Artikel zum Muttertag hat mir dieses Thema wieder ins Bewusstsein gerückt; ein Artikel über die Traurigkeit kinderloser Frauen am und über den Muttertag.

Und dann sah ich sie vor meinem inneren Auge: Frauen, die mir bei der ersten oder spätestens zweiten Begegnung erzählten, wie gerne sie eigentlich Mutter geworden wären, aber das Kind wollte und wollte nicht kommen oder – was für diese Frauen noch viel schlimer war – das Kind wollte in der Schwangerschaft wieder gehen.

Einige der Frauen erzählten auch, dass sie vor etlichen Jahren, in einer anderen Phase ihres Lebens, bereits eine Abtreibung erlebt hatten, bevor sich der immer noch vorhandene Kinderwunsch einstellte.

Und bei weiteren Gesprächen zeigten sie sich auf einmal, die Ursachen für die Kinderlosigkeit: Tiefsitzende Traumata, eigene verstörende Erfahrungen in ihrer Kindheit, das Empfinden von Leid, das Menschen erfahren haben, denen sie sich nahe fühlten. Nein, es muss nicht Vergewaltigung gewesen sein oder ein eigenes Erleben, manchmal sind es auch die Erfahrungen von Müttern, Tanten, Großmüttern oder Freundinnen oder ….

Aber da war dieser Gedanke, „Das soll kein Kind mehr erleben müssen“. Kein Eigenes und kein Anderes.

Bei einigen der Frauen hat das sogar zu ihrem Berufswunsch beigetragen, sie wollen heilen, helfen, retten. Andere haben all ihre Energie in ihren Beruf gegeben, leisten dort hervorragene Arbeit, sind sehr erfolgreich, kommen kaum zum Nachdenken über sich und das Leben oder finden einfach nicht den richtigen Partner, den sie sich zur Erfüllung dieses Wunsches nach einem eigenen Kind vorstellen.

Im Laufe der Zeit ist der Entschluss, dass kein Kind, auch kein eigenes, noch einmal solches Leid erfahren soll, so weit in das Unterbewusstsein abgesunken, dass wir ihn bei bloßem Nachdenken nicht mehr sehen können. Vertrauen heißt der Schlüssel, mit dem wir behutsam durch die Pforte zum Unterbewusstsein gehen können, um in diesem geheimen Garten die Samen zu finden, die im Stillen oft zu einer beachtlichen Pflanze herangewachsen sind. Achtsames Betrachten und Lösen  kann dann in den inneren Frieden führen.

Wir dürfen lernen, gut für uns selbst zu sorgen und dürfen auswählen, worauf wir unsere Fürsorge lenken wollen. Das dürfen wir selbst sein und auch andere Menschen, aber auch sinnhafte Projekte können zu unseren „Kindern“ werden. Damit können wir unsere mütterliche Seite leben und auf uns selbst stolz sein.

Klassentreffen – Begegnung mit mir selbst

fotolia Datei: #99554864 | Urheber: Marco2811

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Haben Sie auch schon eine Einladung zum Klassentreffen erhalten?

Mein erster Gedanke war: Wie lange ist das jetzt her, dass ich die Mitschüler alle gesehen haben? In welchem Jahr war mein Abschluss?

Die früheren Freunde und Freundinnen weiß man gleich wieder. Und wer waren die Anderen alle? Als Erinnerungshilfe dient mir das letzte Klassenfoto. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, das man in bestimmten Kursen oder Gruppen entwickelt hatte, persönliche Erlebnisse mit der Einen oder dem Anderen helfen mir, mich zu erinnern. Ja, der Vorname ist schnell wieder abrufbar, aber der damalige Nachname? Damals waren fast nur Mädchen in diesem Jahrgang, die allermeisten haben in der Zwischenzeit sicherlich ihren Nachnamen geändert.

Und welche Träume wir damals am Ende der Schulzeit hatten! Fast die Hälfte von uns wollte Lehrerin werden. Ich bin gespannt, wie sich das Leben bei uns allen entwickelt hat. Wer konnte seine Träume realisieren und falls ja, sind sie dann so zufriedenstellend, erfüllend, wie wir uns das damals vorgestellt haben? Haben sich die Erwartungen erfüllt, die wir an den Beruf und auch eine Beziehung oder gar das Leben als Familie hatten?

Wohin hat uns das Leben geführt? Manche sind stets da geblieben, wo wir zur Schule gingen, viele sind nach einigen Jahren der Ausbildung wieder in ihre Heimatstadt oder in die Nähe gezogen, haben das Band zu Familie und Freunden weiter gefestigt. Nur wenige sind für das Studium in der Ferne gegangen und dort geblieben, wohin ihr Beruf oder der Beruf des Partners sie geführt hat.

Ich treffe manche Mitschüler wieder, die mich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben, so wie ich sie. Und das, was wir von einander wissen, sind die Eindrücke aus unserer Schulzeit. Dadurch trifft man quasi sich selbst und einen Teil seiner Vergangenheit, dem man sich selten widmet. Durch diese Konfrontation mit sich selbst und seinen Idealen und Vorstellungen aus einer anderen Lebensspanne sieht man viel klarer den Unterschied zwischen den damaligen Zielen und Idealen und dem, wohin sich das eigene Leben entwickelt hat.

Es entsteht die Frage: Welche Entscheidungen habe ich selbst getroffen und welche wurden für mich getroffen? Wo war mein Leben wirklich selbstbestimmt? Es ist also Zeit für eine Bestandsaufnahme und die Chance, sich wieder seiner Träume bewusst zu werden und eventuell neue Entscheidungen zu treffen.

Ich bin schon ganz gespannt, wie das die früheren Mitschüler und Mitschülerinnen gemeistert haben.

 

Schlafanzug-Challenge – Wie werde ich sichtbar?

Guten Morgen Fotolia #44167663 | Urheber: mihi

Letzte Woche habe ich an einem Webinar teilgenommen, der Schlafanzug-Challenge von Leonie und Markus Walter. Und das jeden Morgen um 6.45 Uhr. Wie heißt dieses Sprichwort mit der goldenen Morgenstunde sinngemäß auf Englisch: „The early bird catches the worm.“

Eine sehr spannende Erfahrung, jeden Morgen noch ein ganzes Stück früher aufzustehen, um viertel vor sieben vor dem Rechner zu sitzen und sich dann einem Aspekt des Themas zu widmen, wie man besser sichtbar wird. Hellwach und hoch motiviert.

Ja, der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, besser noch mit seiner Motivation. Und Leonie und Markus Walter verstehen es wunderbar, die gute Laune zu wecken und die Lust darauf, sich einem neuen Thema zu widmen. Und als später auch meine Familie aus dem Haus war, habe ich bis um neun Uhr morgens schon ein großes Stück meiner täglichen Hausaufgaben bewältigt, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit für meine Praxis drehen.

Eines der zentralen Themen dieser Webinarreihe ist die Darstellung der eigenen Kompetenzen, sich bewusst zu werden, welche Fähigkeiten man selbst hat und diese kurz und knapp, leicht verständlich vorzustellen. Viele kennen die Merkmale eines sogenannten Elevator Pitch schon. Wie stelle ich mich jemandem vor, der mit mir ein Stück im Aufzug fährt? Diese Überlegung steht hinter einer solchen Kurz-Vorstellungs-Übung.

Dazu braucht es meist etwas Übung, denn den meisten Menschen fällt es sehr schwer, die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen mitzuteilen, dazu noch kurz und knapp. Und dann ist man unsicher, wie die gewählte Selbstdarstellung beim Gegenüber ankommt. Da ist eine größere Anzahl von wohlmeinenden Menschen mit dem gleichen Ziel sehr hilfreich. Manche Kurzvorstellungen waren griffig und einprägsam formuliert, andere verwendeten ein Bild für sich und ihre Arbeit, das in den Köpfen der Hörer völlig andere Erwartungen hervorrief als beabsichtigt, manche hatten Probleme ihre Fähigkeiten klar zu benennen, andere wählten zu lange Umschreibungen oder konnten kein klares, eindeutiges Bild erzeugen von dem, was sie eigentlich tun.

Sehr spannend. Und spannend auch die Erfahrung Selbstbild und Außenwahrnehmung in Einklang zu bringen. Und alle Teilnehmer haben davon proftiert, Anregungen und Impulse für das eigene Tun mitgenommen, interessante andere Menschen kennengelernt, gesehen, dass sich ein anderer Fachmann der gleichen Sparte durchaus von einem selbst unterscheidet.