Abschalten – Auftanken – Aufbrechen

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Wie war es doch so gemütlich, damals bei meinen Großeltern. Da gab es etwas ganz Besonderes: Das mittägliche Nickerchen.

Für all diejenigen, die nicht mehr wissen, was das sein könnte: Das ist eine kleine Pause, bei der man sich entspannt, den Alltag von sich abfallen läßt und für eine relativ kurze Zeit die Augen schließt, zur Ruhe kommt, die eigene Mitte wiederfindet.

Neudeutsch heißt das Power Napping, ein Ausdruck, der aus Amerika kommt und doch etwas Altbekanntes beschreibt.

Mit dieser Methode ist es leicht, auch mitten am Tag, zu entschleunigen, den eigenen Rhytmus wiederzufinden und abzuschalten. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass eine solche Pause von 15 bis 20 Minuten ausreicht, um danach mit voller Kraft wieder in den Tag zu starten.

Werfen wir alle Vorurteile über Bord und gönnen uns eine solche Pause!

 

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Resilienz – Das Zauberwort für seelische Widerstandskraft

Wenn das Leben doch leichter wäre, wenn mein Chef mich mehr beachten würde, wenn doch die anderen…

So lauten viele Stoßgebete, wenn uns das, was uns tagtäglich begegnet, eine Last ist, wir keinen Ausweg sehen, wir uns als Opfer fühlen. Dabei ist uns etwas verloren gegangen, was die meisten bereits kannten, nur eben jetzt nicht mehr. Die Fähigkeit, mit solchen Situationen so umzugehen, dass wir in unserer inneren Mitte bleiben können.

Das Zauberwort, das zu diesem Thema durch die Medien geistert, nennt sich Resilienz. Darunter versteht man die Fähigkeit, gut mit einer belastenden Situation umgehen zu können. Die Faktoren, nach denen man eine Situation als belastend erlebt, können individuell sehr verschieden sein. Resilienz ist ein dynamischer Anpassungsprozess, der die eigene Entwicklung zu mehr Selbstbestimmung fördert.

 

Die gehetzte Generation

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Ein neuer Begriff taucht in den Medien auf: Die gehetzte Generation.

Er soll die Menschen beschreiben, die sowohl dabei sind, eine eigene Karriere aufzubauen, den Partner fürs Leben zu finden, bereits gefunden haben und Familienplanung beabsichtigen oder bereits verzweifelt einen Betreuungsplatz für ihre Kinder suchen, Vorsorge oder finanzielle Absicherung für das Alter betrieben sollen und dabei, wenn möglich, auch noch Wohneigentum erwerben.

Stecken Sie gerade in dieser Situation oder können Sie sich noch gut daran erinnern?

Die Parameter sind nicht neu, nur gab es bisher keinen Begriff dafür.

Das Schlagwort der gehetzten Generation hat gerade die Politik neu erfunden, um Menschen zu erreichen, die sich neben all diesen oben genannten Themen nur wenig politisch engagieren.

Für Menschen in diesem Lebensabschnitt, meist Mitte zwanzig bis Mitte vierzig, ist es überlebensnotwendig, für sich selbst eine gute Work Life Balance zu finden, also ein Gleichgewicht zwischen Stress, Überforderung und Entspannung, dem Auftanken der eigenen Energiereserven.

Vele jüngere Menschen haben bereits eine neue innere Haltung zu den Feldern Arbeit und Privatleben entwickelt. Seit geraumer Zeit schon sind diejenigen Arbeitsstellen interessant, die größere Wahlmöglichkeit bieten, Beruf und Familie oder freie Zeit zur persönlichen Entwicklung vereinbaren zu können. Innovative Zeitkonzepte sind gefragt und Arbeitgeber, die sich auf die Bedürfnisse und Anforderungen des jeweiligen Lebensabschnittes ihrer Mitarbeiter  einstellen.

 

Zwischen Mühlsteinen – Die Sandwich-Generation

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Kind, die Kinder sind noch im Haus und ein Elternteil steht schon vor der Tür. Wieviele Menschen kennen diese Situation und fragen sich: Habe ich selbst überhaupt schon einmal mein eigenes Leben gelebt?

Für die einen muss ich noch sorgen, die anderen brauchen schon meine Unterstützung. Dies kann materiell sein, aber auch durch Unterstützungsleistungen, Pflege oder Fürsorge. Und dies alles von den eigenen Ressourcen.

Es gibt einen Ausdruck für Menschen, die sich zwischen diesen beiden Anforderungsprofilen bewegen, die sogenannte Sandwich-Generation oder auch die gehetzte Generation. Meist sind diese Menschen im Alter zwischen Mitte dreißig und sechzig. Sehr oft sind davon Frauen betroffen, aber auch mehr Männer, als oft nach außen sichtbar ist. Eingeklemmt zwischen zwei Scheiben trockenen Brotes, die auf beiden Seiten Energie absaugen, oder auch zwischen zwei Mühlsteinen, die beständig von der eigenen Substanz abtragen.

Befindet man sich als Berufstätiger in der Pflicht, neben dem Beruf auch noch Familie und Kindererziehung unter einen Hut zu bringen, so bedarf dies schon eines großen Einsatzes an Planung und eigener Reserven, um beidem, Beruf und Familie, gerecht zu werden.

Und von außen kommen weitere Anforderungen hinzu: Körperlich fit und attraktiv zu sein, nichts zu verpassen, im Beruf Karriere zu machen, materiell für das Alter privat vorzusorgen, etc.

Kommt aber noch ein weiteres, anstrengendes Anforderungsfeld hinzu, meist die Fürsorge für älter werdende Eltern, so ist es unumgänglich eine Bestimmung des eigenen Standortes vorzunehmen: Wo stehe ich, was braucht wieviel Energie und Aufmerksamkeit von mir, wo kann ich loslassen, abgeben, delegieren, was ist notwendig, wo bin ich noch gefangen in alten Gefühlen, Erwartungshaltungen und wo und wie kann ich für mich selbst sorgen, mich abgrenzen und meine Batterien wieder aufladen? Welche Träume habe ich noch für mein eigenes Leben?

Und wie kann ich all dies leisten und noch so weit als möglich mein eigenes Leben selbstbestimmt leben?

Die sogenannte Work Life Balance, also die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Anspannung und Freizeit und Selbstfürsorge  muss neu ausgelotet werden.

Um diesen Spagat zwischen Anforderungen, sowohl an mich selbst als auch von außen an mich herangetragen, realistisch Leistbarem und meinen eigenen Leben leisten zu können, bedarf es großer Ehrlichkeit sich selbst und den anderen gegenüber, um damit eine Bestandsaufnahme  vornehmen zu können, was wünschenswert und möglich ist. Und es geht darum, Hilfe annehmen zu können, sie falls nötig auch einzufordern und sie auch von außen dazu zu holen.

Und es geht um die Stärkung der eigenen seelischen Kräfte und des Umgangs mit den Themen, die sich nach und nach zeigen werden.

Wie dies gehen kann, wird im nächsten Beitrag näher erläutert werden.

Wohin führt der Weg?

Wohin führt der Weg? Bildrechte: U. Hellmann

Wohin führt der Weg?
Bildrechte: U. Hellmann

Nun ist das alte Jahr abgeschlossen und ein neuer Weg liegt vor uns. Man sieht nur ein kleines Stück davon, ein erster Teilabschnitt, der leicht begehbar erscheint.

In dieser Landschaft findet vielleicht sogar die Ziege ihr Plätzchen, denn 2015 wird nach dem chinesischen Kalender das Jahr der  Ziege.

Eine Landschaft von Menschenhand gestaltet, in der die Natur ihren Platz zugewiesen bekommen hat. So wünschen wir uns oft das Leben: Überschaubar, berechenbar, wohlgefällig. Und doch können wir nur auf einiges Einfluss nehmen, wie sich der Weg nach der ersten Wegbiegung gestaltet, das können wir nicht absehen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir uns in einem größeren, angelegten, geplanten Park befinden, aber genauso gut könnte hier die geplante Landschaft enden, gleich dort eine Autobahn des Lebens vorüberrauschen, das Unberechenbare sein.

Hier braucht man keinen Kompass, keine Landkarte, um sich zurecht zu finden, das glaubt man auf den ersten Blick. Doch es können Situationen entstehen, in denen doch ein Führer hilfreich sein könnte, jemand, der Licht ins Dunkel bringt, falls man sich verlaufen sollte.

Ich freue mich, Sie auch in diesem Jahr begleiten zu dürfen, damit Sie Ihren Weg wieder selbst mit mehr Leichtigkeit und Zuversicht in Ihre Stärken und Ihre Einzigartigkeit gehen können.

Von Herzen

 

Ursula Hellmann