Versunken in einer anderen Welt

pink rose with book and coffee © kitzcorner - Fotolia.com

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Dieses Jahr bekam ich zu Weihnachten seit langem wieder einmal einen Roman geschenkt. Das war schon lange ncht mehr vorgekommen, denn die Liste der Fachbücher, die ich lesen möchte, ist lang. Und die habe ich mir auch immer zu Geburtstag oder Weihnachten gewünscht. Aber nun liegt es vor mir, dieses Buch, das von fernen Zeiten und Welten handelt.  Und ich nehme es und gönne mir etwas, das ich mir schon lange nicht mehr geleistet habe, das Eintauchen in eine ganz andere Welt.

Wie das geht? Ein gutes Buch, ein bequemer Sessel, eine schöne Tasse Tee und ZEIT. Nicht nur zehn Minuten, sondern mindestens bis zum Ende dieses Kapitels, des nächsten oder gar des übernächsten Kapitels? Einfach den Alltag loslassen. eintauchen in eine andere Welt, den Beschreibungen des Autors folgen und dabei Figuren vor dem inneren Auge entstehen lassen: Schöne Frauen, mutige Männer, noch nie gesehene Orte, absonderliche Fieslinge und unerwartete Gefahren und Abenteuer.

Der eigenen Kreativiät sind dabei keine Grenzen gesetzt, aus den Tiefen unseres Unterbewusstseins dürfen Bilder aufsteigen und sich in das Gelesene einfügen, es ausschmücken.

Ein wahrer Kurzurlaub für die Seele.

 

Hilfe, ich verstehe kein einziges Wort

© Yantra

© Yantra

Auf meiner ersten Reise nach Ungarn ist mir etwas passiert, was mir schon lange nicht mehr passiert ist: Ich verstehe kein einziges Wort!

Ich bewege mich in einer anderen Kultur, lese, was angeschrieben ist und höre die Menschen sprechen, aber ich verstehe niemanden und ich denke, niemand versteht mich.

Es erinnert mich an den ersten Elternabend unseres Sohnes in der ersten Klasse, an dem die Lehrerin mir völlig unbekannte Zeichen und Muster an die Tafel malte und darunter stand, welcher Buchstabe das im Deutschen sein sollte. Und damit hätten wir jetzt Wörter zu schreiben.

Aha, eine Übung für das Gehirn, um Altes loszulasen und Neues zusammenzusetzen, um damit Sinnhaftes zu schaffen. Also frisch ans Werk. Ich lese Buchstabenkombinationen, die auch zum Teil anders ausgesprochen werden als ich das kenne, und dies ergibt Wörter, die sich mir nicht erschließen. Eine spannende Erfahrung.

Also heißt es freundlich und offen zugehen auf diese freundlichen Menschen, ein paar Begriffe der Sprache ergreifen, um zu zeigen, dass man Achtung und Respekt vor dieser Kultur und Sprache hat. Und dann, ja dann werde ich freundlich auf Deutsch oder Englisch angesprochen, mir wird gerne geholfen und man gibt mir das Gefühl, ein gern gesehener Gast zu sein.

Geht es uns nicht in vielen anderen Situationen genauso? Man kommt in eine Situation, in der völlig neue, uns unbekannte Regeln gelten, wir sind fremd in diesem Setting und das, was uns bisher einen verläßlichen Rahmen für Werte und Richtlinien gegeben hat, ist scheinbar nicht erkennbar.

Was mein Gegenüber aber wahrnimmt, und was auch ich an meinem Gegenüber wahrnehme, das ist die ehrliche Bemühung, die innere Haltung, mit der wir auf einander zugehen. Empfinde ich Respekt und Achtung, so wird dies wahrgenommen und Türen tun sich auf, die wir auf den ersten Blick nicht sehen konnten.

 

 

 

Geschenkte Zeit

Time concept © DenisNata

Time concept
© DenisNata

Eine Reise steht an, eine längere Fahrt mit der Bahn.

Wie wunderbar, ich fahre und die Landschaft zieht an mir vorüber.

Neben diesen äußeren Bildern ziehen aber auch innere Blder vor meinem geistigen Auge vorüber. Dinge, Sachverhalte, für die ich schon länger keine Zeit mehr hatte, zeigen sich, nachdem die ersten lautstarken Themen des Tagesgeschäftes vorbeigesaust waren. Jetzt darf ich innehalten, hinspüren, verträumt eigene Lösungen in mir aufsteigen lassen.

Welche Wohltat!

 

Mach es wie die Sonnenuhr

sonnenuhr © oliver-marc steffen

sonnenuhr
© oliver-marc steffen

Wer kennt es nicht, dieses Sprichwort: „Mach‘ es wie die Sonnenuhr, zähl‘ die heit’ren Stunden nur“.

Ja es kennen viele Menschen dieses Sprichwort, aber kaum einer lebt heutzutage danach. Mit angestrengtem Blick schauen wir auf das, was noch nicht passt, noch nicht erreicht ist, noch zu leisten ist, etc. Dabei setzen wir uns selbst und unsere Anforderungen an Perfektion, Erfolg, zu ereichende Ideale als das Maß aller Dinge ein.

Alleine schon bei der täglichen Autofahrt. Wieviele Fahrer denken, dass die anderen, natürlich weniger gut fahrenden Verkehrsteilnehmer, ihnen zum Sput, gerade um SIE zu ärgern, jetzt so langsam fahren, natürlich deutlich zu schnell fahren, unvermittelt bremsen, etc., et

Um wieviel entspannter wäre so eine Fahrt, könnte man denken: Der andere Fahrer hatte auch einen langen Tag, vielleicht ist er gerade abgelenkt, da fahre ich eben ein bisschen rücksichtsvoller. genieße die schöne Landschaft, habe ein wenig mehr Zeit für mein spannendes Hörbuch…

Und wer weiß, vielleicht ist ja auch der Parkplatz, den ich ja bei der Ankunft an meinem Ziel brauche, JETZT noch gar nicht frei, sondern erst ein paar Minütchen später.

Und auf ein Mal verändert sich mein Blick auf die Situation, ich wechsle bewusst die Perspektive und gewinne an Lebensfreude und Gelassenheit.

 

 

 

Darf ich zeigen wer ich bin?

Bild: U. Hellmann

Bild: U. Hellmann

Im Park des Wiener Schlosses Belvedere steht eine ganze Reihe von rätselhaft schönen Sphinxen. Mit stets gleichbleibender Miene präsentieren sie sich im aktuellen Zeitgeschehen. So als ob sie nichts davon interesssiert.

Erst kürzlich sprach ein Herr davon, am liebsten von anderen Menschen als stets derselbe wahrgenommen werden zu wollen. Seine persönlichen Belange, Themen oder Vorlieben seien schließlich seine Privatangelegenheit. Darauf kann ich nur mit einem eindeutigen JA und NEIN antworten.

Ja, in Umfeld meiner Arbeit, im Kontakt mit Kunden, ist es oft angebracht, allzu persönliche Themen, mein Privatleben, eventuelle Sorgen und Probleme, nicht nach außen zu zeigen. Es ist wichtig, sich als die kompetente Expertin, den Fachmann mit umfassendem Wissen zu präsentieren.

Und NEIN, ich darf zeigen, für welches Thema mein Herz schlägt, was mich besonders begeistert. Dadurch werde ich als individueller Mensch wahrgenommen, jenseits meiner fachlichen Qualifikationen und Kenntnisse. Ist meine Kompetenz gepaart mit Liebe und Engagement für mein Fachgebiet, dann nimmt dies mein Gegenüber stets wahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige, dessen Herz voll und ganz bei einer Aufgabe ist, sich zusätziches Wissen aneignet, sich gern weiterbildet, stets die neuesten Trends und Entwicklungen auf diesem Fachgebiet mitbekommt oder gar selbst betimmt, und alles tut, um durch die Qualität seiner Arbeit sein Gegenüber zufrieden zu stellen, ist sehr hoch. Und dies weiß auch der potentielle Kunde.

Im Umgang mit den modernen sozialen Netzwerken darf ich mir sogar genau überlegen, wie ich von außen wahrgenommen werden möchte, denn „das Netz vergisst nichts“, aber in der realen Begegnung mit Menschen darf ich einen Teil meiner Individualität durchaus präsentieren und dadurch unverwechselbar werden.