Der Wächter und die Grenzen

Bildrechte: Ursula Hellmann

Bildrechte: Ursula Hellmann

Da steht er vor mir, ein Ritter, der die Grenze schützt. Ein mittelalterliches Standbild eines Verteidigers einer Burg, einer Stadt, eines Reiches. Brauchen wir so etwas in der heutigen Zeit noch?

Ja, oft mehr, als uns bewusst ist.  Vor allem braucht unser Inneres einen solchen Wächter, der wachsam ist, herannahende Grenzgänger ausfindig macht und ihnen den Zutritt verwehrt oder für deren Einzug Regeln aufstellt.

Oft ist uns gar nicht bewusst, dass wir eigene Grenzen haben. Erst wenn sie überschritten, bewusst oder unbewusst verletzt werden, stellt sich ein ungutes Gefühl ein. Meist ein leichter Druck im Oberbauch. Unser Solar Plexus, auch das „Bauchgehirn“ genannt, meldet sich. Wir fühlen uns nicht respektiert, überrannt, nicht wertgeschätz, missachtet.

Um dem vorzubeugen, dürfen wir uns erst einmal auf die Suche nach unserem inneren Raum, unserem eigenen „Reich“ begeben. Wo bin ich überhaupt? Kann ich mich als eigenständige Persönlichkeit empfinden? Wieviel Raum benötige ich für mich, um mich herum? Wem gegebenüber brauche ich wieviel Abstand, Distanz? Welche sind meine Werte, die für mich wichtig sind?

Um in dem mittelalterlichen Bild zu bleiben, kann ich mir die verschiedenen Räume mit jeweils eigenen Abgrenzungen vorstellen wie eine Burganlage. Dabei bin ich selbst im Zentrum, im Bergfried, der bis zuletzt verteidigt wird, da er den wertvollsten Schatz der Burg beherbergt.

Davor in einem Kreis die Schar der Menschen, die mir lieb und teuer sind: Familie, Freunde, Weggefährten. Und in einem weiteren Außenkreis die Menschen, die in bedeutsamen Beziehungen zu mir stehen: Kollegen. Nachbarn, Vorgesetzte, Menschen, die für meine Kinder oder Partner wichtig sind….

Jeder dieser Kreise ist mit einer eigenen Wallanlage oder Mauer gesichert, mit Toren zum leichten Hindurchgehen, die bei Bedarf aber auch geschlossen werden können. Und der Wächter ist derjenige, der den Zugang bewacht, Wichtiges passieren läßt, Unliebsames fernhält.

Ich habe ein Recht auf Privatsphäre, auf Luft zum Atmen um mich herum.

Und ich darf Schrit für Schritt lernen meine Bedürfnissse zu erkennen, mitzuteilen und dafür zu sorgen, dass es mir gut geht. Durch achtsame Kommunikation, das Ausspechen eines klaren „NEIN“, durch Zuhilfenahme von weiteren Wächtern, die mich gerne schützen.

Ein spannender Weg des Lernens auf dem Weg zu uns selbst.

 

Bewusste Zeit

 

fotolia - Le sable du temps © ALTABENA -

fotolia – Le sable du temps
© ALTABENA –

Jetzt ist mir eine Stunde meiner Zeit durch die Finger geronnen wie Sand. Weg. Unwiederbringlich. Aber war das überhaupt ein Verlust?  Weiterlesen

Vom Festhalten und Loslassen

Ich stelle mich gerade den angesammelten Erinnerungen und Gegenständen an meinem Arbeitsplatz und in meinem Haushalt. Meinen eigenen und denen der anderen. Gewiss, alles, was einem anderen gehört, das geht mich nichts an, darf ich nicht entsorgen, aber ich darf sagen, wenn es mich stört.

Und dem Eigenen darf ich mich stellen.

Bild Ursula Hellmann

Bild Ursula Hellmann

Welche Erinnerung oder Erfahrung verbinde ich mit einem Gegenstand, einer vorhandenen Situation? Da gibt es die Kraftspender: Dinge, deren Anblick mich mit Freude erfüllt, mit schönen Erinnerungen, die in mir ein gutes Gefühl hervorrufen, wenn ich sie betrachte oder in die Hand nehme. Und es gibt die Krafträuber: Dinge, deren bloßer Anblick diese innere Stimme in meinem Kopf aktiviert, die ruft: Du hättest, Du müsstest, Du solltest, warum hast Du immer noch nicht ….

Das Foto, das ich mit den wunderbaren Erinnerungen an einen schönen Urlaub verbinde, darf einen gut sichtbaren Ehrenplatz erhalten. Die Akten, die bearbeitet werden sollten, oder die unerledigte Bügelwäsche dürfen an einen Platz wandern, an dem sie nicht ständig im Blickfeld stehen.

Und was mache ich mit ungeliebten Geschenken, wohin mit der gräßlichen Vase oder dem Bild mit dem röhrenden Hirsch vom Großonkel? Denen darf ich einen Platz geben bei Menschen oder Einrichtungen, bei denen sie noch Gutes tun. Über das Sozialkaufhauf oder eine gemeinnützige Einrichtung als Spende weggegeben, übers Internet verkauft  oder durch Verschenken oder das Zurückführen in einen Recycling-Kreislauf dürfen diese Dinge ihre Energie an anderer Stelle einbringen und bei mir darf dieser Raum frei werden. Frei für mich und meine Bedürfnisse.

Manchmal hilft auch ein Foto des Gegenstandes beim Loslassen, denn wenn ich mich daran erninnern möchte, kann ich das Foto betrachten, auch wenn der Gegenstand selbst nicht mehr in meinem Umfeld ist.

Und die gesammelte Vergangenheit der Anderen? Das Ablagesystem der Vorgängerin im Büro darf entweder komplett so bestehen bleiben oder darf eventuell auch stückweise in mein eigenes System integriert werden. Entscheidungsträger kann da aber auch ein Vorgesetzter sein, der eine bestimmte Ordnung oder Struktur möchte. Wenn ich die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen kenne, dann darf nach Ablauf der unterschiedlichen Fristen das eine oder andere Aktenstück entweder ins Archiv oder in den Schredder wandern.

Und die Schätze meiner Familienmitglieder können nur von ihnen selbst sortiert und eventuell auch aussortiert werden. Aber ich darf mit ihnen gemeinsam festlegen, wie wir alle miteinander welche Räume nutzen möchten und wo ein guter Platz für die Plattensammlung oder die nicht mehr genutzen Spielsachen sein könnte. So folgt gelegentlich auch eine neue Struktur und Ordnung in den gemeinsam oder von anderen benutzten Räumen.

Was ich dabei gewinne? Freien Raum, freien Platz, Freiraum, Entfaltungsmöglichkeiten. Innere Ruhe und Kraft dürfen sich wieder einstellen, neue Möglichkeiten erhalten Raum und Gelegenheiten. Ich darf mehr und mehr in meiner Mitte ankommen und bleiben. Ein wahrhaft gutes Gefühl.

 

 

 

Die Tango-Therapie

Tango als Therapie?

Tango

fotolia: #33506122 © Comugnero Silvana

 

 

 

 

Es geht dabei nicht um den europäischen Tango, sondern um den argentinischen Tango. Er hat sich entwickelt aus einer Sehnsucht, aus einer intensiven Begegnung von Mann und Frau. Hier gelten bestimmte Regeln, die in der Öffentlichkeit noch geduldet wurden und werden. Es ist ein Spiel, das vor einem Publikum gespielt wird.

Wie sagt der Tanzlehrer: Beim Tango gibt es keine Herren und Damen, da gibt es nur Männer und Frauen.

Und da gibt es eine klare Regel: Der Mann führt und die Frau läßt sich führen.

Und damit sind wir mitten in den Themen der  heutigen Zeit.

Ist so eine Aussage heute überhaupt noch zeitgemäß? Doch, sie ist es mehr denn je. Denn viele Menschen hatten bisher kaum die Möglichkeit einer klaren Identifikation mit ihrer eigenen Geschlechterrolle.

Welcher Mann hat gelernt zu führen? Klar, eindeutig, erkennbar, ohne Machtausübung, mit Leichtigkeit, rücksichtsvoll, im Takt, und dennoch frei und selbstbestimmt?

Und welche Frau hat gelernt sich führen zu lassen? Auf den richtigen Impuls des Mannes zu warten, zu folgen ohne wenn und aber, ohne Aufbegehren und Besserwissen?

Eine spannende Entwicklung als Paar steht all jenen bevor, die sich auf das Abenteuer des argentinischen Tangos einlassen.

Zuerst übt man in einer Grundhaltung, bei der man sich nur wenig berührt, jeder bleibt in seinem eigenen Tanzraum, behält seine eigene Achse, sein eigenes Gleichgewicht bei. Man erarbeitet sich die Grundregeln einer bestimmten Schrittfolge. Jeder lernt für sich, aber man bleibt im Kontakt. Dies ist eine Vorgehensweise, die man im Alltag selten antrifft. Da lernt jeder für sich allein, ohne den Partner im Blick zu haben. Hier jedoch lernt man für sich in der Partnerschaft.

Und es folgt die Frage nach der eigenen Identifikation mit dem Mann-sein und dem Frau-sein. Will ich das überhaupt, kann ich das und kenne ich es bisher schon? Haben mir meine Eltern oder andere nahestehende Menschen etwas Ähnliches in der Mann-Frau-Beziehung vorgelebt oder darf ich mir diesen Raum erst selbst ganz neu schaffen? Bleibe ich im Geschlechterkampf verhaftet, möchte ich Dominanz ausspielen oder mich dem anderen entziehen?

Wo sonst in unserem modernen Leben setzen wir uns mit den Themen Stolz und Hingabe auseinander?

Und da ist noch die Musik, dieser Takt, der Einfluss, der von außen kommt. Dem man sich anpassen kann, aber den man auch frei interpretieren kann. Läßt sich der Mann, der führt,  davon dirigieren oder folgt das Paar seinen Regeln, seiner Geschwindigkeit des Tanzes? Bleibt die Frau im Kontakt mit ihm und vertraut auf seine Führung? Kann sie ihm mit geschlossenen Augen folgen und lenkt er sie sicher durch die Wogen der anderen Tanzenden?

Wichtige und grundlegende eigene Muster in Bezug auf einen Partner und die eigene Rollendefinition kommen so Schicht um Schicht nach oben, dürfen sich zeigen, wahrgenommen werden und, wo nötig, auch verändert oder aufgelöst.

Ein wahrhaft therapeutischer Weg der Selbsterkenntnis und der Auseinandersetzung mit sich selbst und dem anderen Geschlecht. Eine wunderbare Herausforderung und Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Viele Paare, die sich gerade in der Übergangsphase zwischen der Elternrolle und der Neudefinition als Paar befinden, wählen diesen Weg, um neu zu sich selbst und auch dem Partner zu finden.

 

 

 

 

Ihr Wegweiser durchs Lebens-Labyrinth

Ueberblick verschaffen © djama - Fotolia.com

Ueberblick verschaffen
© djama – Fotolia.com

Sehen Sie auch manchmal den Weg vor lauter Bäumen nicht?

Wie gut, dass es jemanden gibt, der Sie von einem neutralen Punkt aus wahrnehmen und Ihre Position sehen und bestimmen kann. Mit seiner Hilfe finden Sie die eigenen nächsten Schritte in Ihrem Leben selbst. So ein neutraler Beobachter und Wegweiser ist ein Coach.

Da ist diese vertrackte Geschichte in der Familie, durch die jede Familienfeier  anstrengend und nervenaufreibend wird oder die schwierige Situation am Arbeitsplatz mit dem Vorgesetzten, der Sie und ihre Leistung nicht wahrnimmt . Sie sollten eine Entscheidung treffen, aber es gibt so viele unterschiedliche Interessen, die berücksicht werden müssen, dass Sie das Gefühl haben sich nur im Kreis zu drehen. Dies sind einige Beispiele für Situationen im Leben, in denen wir keinen Überblick mehr haben, nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht oder was in dieser Situation angemessen ist.

Da ist es an der Zeit Ihren persönlichen Wegweiser zu Rate zu ziehen. Jemand, der von einer anderen Warte aus den Überblick hat, der Ihre Position erkennt  und Ihnen den Weg zeigt, auf dem Sie einen klaren Blick auf Ihren individuellen Weg in Beruf, Partnerschaft und Familie haben und nun wieder alleine weiter gehen können.

 

.