Familienstellen – Was ist das?

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Wie ist es entstanden?

Das, was landläufig als „Familienstellen“ bezeichnet wird, entwickelte sich aus Methoden der Familientherapie.

Die amerikanische Familientherapeutin Virginia Satir (geboren 1916, gestorben 1988) entwickelte den neuen Ansatz, dass bei der Behandlung eines Klienten dieser nicht nur alleine betrachtet werden sollte, sondern auch die Menschen, mit denen er in enger Verbindung steht, das System seiner Familie. Ein damals revolutionärer Ansatz der Therapie.

Um dieses Beziehungsgeflecht aufzuzeigen und darin lösungsorientiert mit den Menschen zu arbeiten, entwickelte sie die Methode der „Familienskulptur“.

Der deutsche Bert Hellinger (geboren 1926 in Leimen) lebte und arbeite 16 Jahre als Priester in einem Missionsordens. Nach seiner Rückkehr aus Afrika studierte er Psychoanalyse und andere verwandte Themen und lernte auch die Methoden von Virginia Satir kennen. Daraus entwickelte er eine eigene Art der System- und Familienanalyse.

Das Aufstellen

Hellinger betrachtet das System einer Familie, indem er Menschen in einem Raum an verschiedenen Stellen aufstellt. Dies sind keine Betroffenen oder Mitglieder der Familie desjenigen, für den etwas geklärt wird, sondern Fremde, Teilnehmer einer Aufstellungsgruppe, sogenannten Stellvertreter. Jeweils eine Person für ein Mitglied der Familie. Die Person, für die etwas geklärt werden soll, ist dabei anwesend und wählt diese Stellvertreter aus. Mit dieser Methode kann man das Geflecht von Beziehungen aufzeigen, das nicht nur zwischen Menschen in Familien, sondern auch in Firmen, Einrichtungen oder in Systemen vorhanden ist.

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Familienstellen

Da das Aufstellen in vielen Fällen für das Klären von Themen im familiären Umfeld verwendet wird, hat sich landläufig das Wort „Familienstellen“ dafür und auch alle neueren methodischen Abwandlungen davon eingebürgert.

Bert Hellinger bezeichnet seine Methode heute als Lebenshilfe.

Wer zählt zur Familie?

Man betrachtet in der Anamnese alle Mitglieder der Familie, aus der man stammt. Das sind Vater und Mutter und eventuelle Geschwister. Dazu zählen aber auch die Großeltern, Urgroßeltern und andere Vorfahren, deren Lebensgeschichte vielleicht noch einen Einfluss auf das Leben des Klienten haben. Das kann sowohl jemand sein, der noch lebt, als auch ein Familienmitglied, das schon lange verstorben ist.

Manchmal gibt es auch ein sogenanntes „schwarzes Schaf“ in der Familie, jemand, der aufgrund seines Lebenswandels, wegen einer körperlichen oder seelischen Krankheit oder aus anderen Gründen aus dem Kreis der Familie ausgeschlossen wurde. Auch diese Person kann wichtig sein.

Auch die Mitglieder der jetzigen Familie können dazukommen; also Partner und Kinder.

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Alle Mitglieder einer Familie sind in Liebe und Treue mit einander verbunden, ohne Unterschied, ob man gerade in einem guten Verhältnis zu einander steht, ob es kriselt, ob der Kontakt abgebrochen wurde oder ein Familienmitglied bereits verstorben ist. Alle sind miteinander – wie mit unsichtbaren Fäden – verbunden.

Und dies kann einen starken Einfluss auf das Leben eines Menschen haben, ohne dass er sich dessen bewusst ist. Ein erfahrener Aufstellungsleiter unterstützt dabei, Verflechtungen zu erkennen und behutsam zu lösen. Dies erfordert manchmal nach einer Aufstellung auch noch eine weitere Sitzung, in der das Erlebte verarbeitet wird.

Im nächsten Artikel erfahren Sie mehr darüber, in welchen Themenbereichen man mit dieser Methode unterstützen kann.

Wenn Sie das Aufstellen persönlich kennenlernen wollen, erfahren Sie unter coaching@ursula-hellmann.com die nächsten Termine.

In einem kostenlosen persönlichen Gespräch können wir klären, ob Ihr Anliegen für eine Aufstellung geeignet ist oder eine Coaching-Sitzung für Sie der geeignete Rahmen auf dem Weg zu mehr Lebensqualität ist.

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